#UmsLand mit @irgendlink – Ein Gespräch mit dem Zweibrücker Konzeptkünstler Jürgen Rinck

Eine Grenzerfahrung der ganz besonderen Art hat Jürgen Rinck gestartet. Ums eigene Land, ums eigene Bundesland, radelt er zurzeit. Mit dabei sind natürlich sein Rad und wie immer sein Smartphone. Beide sind essentielle Elemente seiner Livereise-Konzeptkunst. Dank Blog und Twitter sind wir auch diesmal wieder unmittelbar und interaktiv dabei, wenn Rinck unterwegs seine Bilder und Texte kreiert. Auch das von ihm erschaffene Konzept der Kunststraße – alle zehn Kilometer ein Bild in Fahrrichtung aufzunehmen – wird er diesmal wieder umsetzen. Die Kunststraße ist seit über zwei Jahrzehnten seine Hommage an die Straße, an das graue Band, das niemals endet.

Seit der Konzeptkünstler Jürgen Rinck vor bald fünf Jahren das erste Mal Werke der damals noch sehr neuen Kunstbewegung Appspressionismus ausgestellt hat, ist viel geschehen. Rinck nennt diese von ihm mitbegründete Kunstbewegung auch iDogma und meint damit jegliche Kunst, die von A-Z auf einem Smartphone gestaltet wurde. Text oder Bild ist dabei einerlei. Ein Kunstgenre, das er seither stetig weiterentwickelt hat. Kontinuierlich hat sich in den letzten Jahren auch die Software weiterentwickelt – smarte Foto- und Bildbearbeitungstechniken ebenso wie diverse Publikationsmöglichkeiten über soziale Netzwerke. Rinck nutzt einige dieser Plattformen, um sich während seiner Kunstreisen als eine Art gläserner Mensch oder radelnder Avatar zu performen. Über Twitter und Blog können Interessierte so seinen Reisen und seinen Gedanken zum Unterwegssein fast in Echtzeit folgen.

Ich habe ihm zu seiner aktuellen Reise, die er am 9. März 2017 gestartet hat, einige Fragen gestellt.

Was hat sich verändert, seit du vor fünf Jahren zu deiner ersten großen Livereise aufgebrochen bist, um während vier Monaten die Nordsee zu umradeln?

Außenrum hat sich sehr viel verändert, rein weltgeschichtlich. Auch ich selbst habe viel erlebt in den letzten Jahren. Außer ums die Nordsee bin ich unter anderem ans Nordkap und nach Gibraltar geradelt. Die aktuelle Tour dreht sich buchstäblich um das Land Rheinland-Pfalz.

Bei der Nordsee war die Strecke vom Meer vorgegeben, beim Nordkap und bei Gibraltar waren die Ziele ebenfalls klar vorgegeben. Was unterscheidet dein nächstes, geografisch nahes Projekt von den fernen Radreisen?

Das nächste, nahe Projekt gleicht insofern den anderen Projekten als dass ich wieder mein Livereise-Konzept umsetze – das heißt ich schreibe im Blog und auf Twitter und zeige dort auch Bilder von der Reise. Diesmal erkunde ich nur im Kleinen Neuland, nachdem ich das zuvor im Großen gemacht habe. Der große Unterschied liegt darin, dass die Strecke diesmal kürzer ist – allerdings mit um die tausend Kilometern nicht ganz kurz –, aber kürzer als die großen, fernen Europaziele. Und es gibt diesmal keine Grenzen, die ich überschreiten werde, zumindest keine politischen. Bei den anderen Reisen habe ich jeweils nationale Grenzen überschritten, diesmal streiche ich der rheinlandpfälzischen Landesgrenze entlang, auf dem Rheinland-Pfalz-Radweg.

Das Stichwort Grenze drängt sich mir da dennoch auf. Wird das in irgendeiner Form in deinen geplanten Blog- und Twitterberichten thematisiert?

Ja, das ist vorgesehen. Einerseits weil ich selbst sehr nahe an der Grenze lebe, andererseits will ich den Fragen nachgehen: Wie kommt es überhaupt zu Grenzen? Oder: Wie muss man denken, dass man Grenzen wahrnimmt? Es gibt hier ja ganz unterschiedliche Grenzen: Die Stadtgrenze, die regionale pfälzische Grenze, doch Rheinland-Pfalz ist größer. Da gibt es Rheinhessen, Hunsrück, Eifel, Mittelrhein, Westerwald, Saarpfalz und die Pfalz … und je nachdem, wo ich bin, kann ich die Grenze so oder eben anders wahrnehmen. Grenze ist wahrscheinlich auch ein Element, das man nur wahrnimmt, wenn man seinen Standort als solchen wahrnimmt und sich verteidigen will oder von den andern abgrenzen.

Das klingt für mich politisch. Hat Grenze für dich mit Perspektive zu tun?

Ja, auf jeden Fall. Eigentlich sehe ich mich selbst ja als unpolitisch und würde es am liebsten vermeiden, Stellung beziehen zu müssen, doch in letzter Zeit hat sich ja so viel verändert, zum Beispiel in der weltweiten Migration und damit kommt die Frage immer wieder, ob es gut ist Grenzen auf- oder wieder zuzumachen, so dass ich mich diesem Thema nicht mehr entziehen kann. Man wird da quasi eingesaugt in das Politisch-Sein-Müssen.

Das heißt, wir dürfen bei deinem zukünftigen Blogartikeln auch hin und wieder ein politisches Statement erwarten?

Es ist nicht auszuschließen. Ich will nicht groß politisch werden, doch es ist kaum möglich, neutral und unpolitisch zu sein.

Kunst ist für dich also sowohl politisch als auch bewusst nicht politisch? Wie würdest du in diesem Kontext deine Vision von Kunst, von deiner Kunst, denn beschreiben?

Meine Vision ist, dass meine Kunst entsteht, während andere darüber nachdenken (lacht). Ich mache einfach, was ich mache. Ohne den Anspruch zu erheben, dass es gut ist oder dass es überhaupt irgendwie ist. Am liebsten würde ich einfach nur an meinen Projekten arbeiten ohne mich um Ergebnisse kümmern zu müssen, oder um Zeitpläne und um Wertungen. Das sollen andere machen.

Ein kleines Schlusswort: Was ist dein roter Faden in deiner Kunst/Nicht-Kunst?

(lacht wieder) Mein roter Faden ist es, das Alltagsgeschehen zu dokumentieren. Was zählt, ist die Gegenwart.

Ich bedanke mich herzlich für dieses anregende Gespräch.

(© by Sofasophia)


Links

Mit der Fremde freundeln | #UmsLand

Nach all den Landesgrenzen, Saarland, Luxemburg, Belgien und Nordrhein-Westfalen, bin ich nun an der Grenze meiner Kraft angelangt. Das permanente Auf und Ab jenseits des Siebengebirges liegt mir, rein radlerisch, gar nicht. Es bringt mich aus dem Takt. Viertelstunde berghoch, nassgeschwitzt, zehn Minuten bergab – und das den lieben langen gestrigen Tag. Es ist wie ein in Scheiben geschnittener Pyrenäenpass. Deine 1400 Höhenmeter kriegst du in kleinen Dosen, homöopathisches Bergradfahren sozusagen. In Zehntausendstel-Potenz verdünnte Bergetappe. Von Ahrweiler runter zum Rhein radeln war gestern früh fast wie nach Hause kommen. Die Rheinstrecke hatte ich ja letzten Oktober während der Flussnoten-Tour erradelt. Bekannte Orte sind immer auch ein Stück Heimat.

Überhaupt. Wenn ichs mir recht überlege, beginnt auf der Reise ums Land erst mit der Überquerung des Rheins vollständiges Neuland für mich. Im Westerwald war ich noch nie (wenn man einmal von ein paar Autobahnsausfahrten absieht). Über das 48 Quadratkilometer große Naturschutzgebiet Siebengebirge schafft man sich hinauf auf Höhen um drei-, vierhundert Metern. Das Siebengebirge hat seinen Namen von der Sieben, und zwar nicht als Zahl gemeint, sondern als Begriff für Viele. Wie etwa im Wort Siebenmeilenstiefel. Während ich demütig eine geteerte Waldstraße aus Bad Honnef hinaus aufwärts radele, stelle ich mir vor, wie viel 48 Quadratkilometer sind. Ziemlich genau sieben mal sieben Kilometer. Das heißt, ich bin recht schnell durch, trotz schmackhafter Steigung. Ohnehin sind die alten Vulkanreste im Siebengebirge nur etwa 450 Meter hoch. Die sieben markantesten von ihnen sieht man von der Kölner Bucht aus gut aufragen. Ich stelle mir also vor, ich habe leichtes Spiel mit dem Westerwald. Siebengebirge hoch, dann welliges gemütliches Überlandradeln, doch weit gefehlt. Die Rheinland-Pfalz-Radroute nimmt jede nur erdenkliche Steigung und kostet jedes nur erdenkliche Bachtal aus, so dass der gestrige Tag definitiv zur härtesten Etappe bisher wird. Mein innerliches Flehen um einen Bahntrassenradweg wird nicht erhört. Oh Herr, gib mir Tunnel und Brücken. Stattdessen meist ruhige Landstraßen, Waldwege, oft geteert, garniert mit etlichen Kilometern entlang der B8, was der Etappe eine Note Vier Plus einbringt.

Schon sehe ich mich für den Rest meines Lebens als Radwegtester durch die Welt gondeln, wie so ein Gourmet, der unangemeldet die Sternerestaurants ansteuert, sich den Magen vollschlägt und für den Guide Radelin – sprichs französisch nasal – eine deftige Kritik abgibt. Die Rheinland-Pfalz-Radroute im Westerwald hat jedenfalls seit gestern einen Stern weniger.

Mein Ziel Hatzfeld verpasse ich um einige Bergaufs und Bergabs, zelte stattdessen wild auf einer weitläufigen Wiese unweit des Beulskopfs, auf dem ein hölzerner Aussichtsturm einen phantastischen Rundumblick erlaubt. Man kann bis in den Hunsrück schauen, nach Köln und, oh graus, da drüben im Osten diese graue Masse, das muss der echte Westerwald sein.

Die Nacht ist eiskalt. Das Zelt morgens gefroren, raureif auf der Wiese. Um sieben Uhr breche ich auf. Das Auf und Ab bleibt mir treu bis zur Nister, ein Fluss so groß wie der Glan in der Saarpfalz, der bei Wissen in die Sieg mündet.

Frühstück im Café Alzen, das in der Fußgängerzone direkt am Radweg liegt. Ein ehrwürdiges Etablissement mit getäfelten Wänden und Decke, salonähnlich, barock, schmuck, weiche Teppichböden, na immerhin das alleine ist es schon wert, sich hier herauf zu schinden.

Nun sitze ich – vermutlich – am Mühlenbach oder Eisbach, der von Norden kommt. Die Radroute folgt einer vielleicht vier Meter breiten brüchigen Landstraße, moderat steigend. Sonne scheint. Bach murmelt. Zelt hängt zum Trocknen über dem Brückengeländer. Es soll Regen geben. Morgen. Vor dem garstigsten, windumzaustesten Stück Westerwald, der Gegend um Montabaur, so erzählte es mir wenigstens die Bäckerin im Café Alzen.

#umsLand | Tag 7 – Die Bilder

Irgendwann gestern Abend sind die Bilder dann doch noch gekommen, Das Lahmnetz am Beulskopf, wo Irgendlink letzte Nacht gezeltet hat, hat sie in winzigen Scheibchen in die Homebase getröpfelt.

Hier sind sie, wie gehabt versehen mit Irgendlinks Bildkommentaren.

Inzwischen hat er Wissen erlangt, ähm, erreicht und gefrühstückt.

Eingang einer ehemaligen Discothek in Erpel. Das Haus im Ortszentrum zerfällt.
Eingang einer ehemaligen Discothek in Erpel. Das Haus im Ortszentrum zerfällt.
Einige Kilometer verläuft die Rheinland-Pfalz Radroute am Rhein. Zwischen Linz und Bad Honnef. Hier Rheinkilometer 634,4.
Einige Kilometer verläuft die Rheinland-Pfalz Radroute am Rhein. Zwischen Linz und Bad Honnef. Hier Rheinkilometer 634,4.
Der Stadtmauerturm in Erpel hat die Hausnummer Null.
Der Stadtmauerturm in Erpel hat die Hausnummer Null.
In Bad Honnef bitte ich eine Frau, ein Foto von mir vor Fähranleger und dem Hans Arp Museum in Rolandseck auf der anderen Rheinseite zu machen. Sie hält drauf und nun hab ich eine Serievon dreißig Bildern.
In Bad Honnef bitte ich eine Frau, ein Foto von mir vor Fähranleger und dem Hans Arp Museum in Rolandseck auf der anderen Rheinseite zu machen. Sie hält drauf und nun hab ich eine Serievon dreißig Bildern.

Ihr habt beim vorherigen Artikel den Drachen nicht gesehen? Echt jetzt? Na, dann verrat ich ihn euch. Er fährt nämlich Rad.

Rheinland-Pfalz-Drache, skizziert
Rheinland-Pfalz-Drache, skizziert

Liebgrüß aus der Homebase

#umsLand | Tag 7 – Übern Rhein

Was bisher geschah: Vor einer Woche ist Irgendlink losgeradelt, um sein Bundesland Rheinland-Pfalz besser kennenzulernen und dessen Grenzen auszuloten. Fast ganz im Süden, in der Südpfalz, hat er angefangen. Heute nun erradelt er bereits den nördlichsten Zipfel des kleinen RPL-Drachens. Sieht doch wie ein Drachen aus, dieses Land auf der ersten Karte? Na?

Auf der zweiten Karte habe ich die Strecke, wenn auch nur sehr ungefähr, gezeichnet. Damit wir uns besser vorstellen können, was Irgendlink alles so erradelt.

Rheinland-Pfalz-Radroute
Rheinland-Pfalz-Radroute | Quelle: Aufs Bild klicken oder http://radwanderland.de/seiten/rlpradroute

Bisher geradelte Strecke der Tage 1-7 (Google)
Bisher geradelte Strecke der Tage 1-7 (Google) | rosa eingefärbt: Bundesland Rheinland-Pfalz
Von Altenahr über Bad Honnef via Altenkirchen ist er heute zum Beulskopf geradelt. Nach Wissen, wie geplant, hat er es nicht geschafft. Zu viele Steigungen! Im Vergleich dazu sei die Eifelradelei geradezu flach gewesen, meinte er auf Twitter.

[Wegen Lahmnetz gibts heute keine Bilder.]

Nun zeltet er wild, nicht weit von Wissen, in der Pampa bei Heupelzen.


Hier → lang geht’s zum direkten GPS-Tagestrack.

Google maps (annähernd)

Mehr Worte für Eifel als Inuit für Schnee | #UmsLand

Ich bin zu schnell. Meine Arbeitsweise ist roh und grob. Kaum erlebt, schon gedacht, schon in Worte verwandelt und in irgendeinem geheimen Zwischenspeicher des Gehirns abgelagert. Damoklesk gaukelt über mir eine tonnenschwere Tastatur aus Eifelschiefer an haardünner Fahrradspeiche. Es gibt eine Idealgeschwindigkeit bei allem was man tut, die einen ruhigen Gedankenfluss erlaubt, den Körper nicht überstrapaziert und – im Falle des Kunstschaffens – ein harmonisches „Produkt“ hinterlässt. Einen Text, ein Gemälde, ein Musikstück, eine Fotoserie. Nur wenn der Mensch in Einklang ist mit seiner Umwelt, wenn sein Erleben sich perfekt in die Nischen des Durchlebten einpasst, gelingen solche natürlichen „Produkte“. Ich schreibe es in Anführungszeichen, weil mir kein besseres Wort einfällt. Eben das was entsteht, wenn man einfach nur macht, um es salopp auszudrücken.

Gestern Abend war ich total verspannt, weil ich zu schnell radelte, zu schnell dachte, zu schnell handelte. Den lieben langen Tag lang durch die wunderbare Kalkeifel. Die Radroute Rheinland-Pfalz ist in der Eifel besonders vielfältig und dank ihres Verlaufs auf alten Bahntrassen auch moderat von den Steigungen her.

Überhaupt: Eifel. Gefühlt habe ich Hunderte von Eifeln durchquert. Südeifel, Vulkaneifel, Karsteifel, Krimieifel … die Rheinland-Pfälzer kennen wohl mehr Worte für Eifel als die Inuit für Schnee.

Durchs Eifelkrimiland um Hillesheim und Bernsdorf führt der Radweg rüber ins Ahrtal, wo die Bahntrasse jedoch nur spärlich genutzt wird und dem Radler eher Hindernisse in den Weg legt, als ihn voranzubringen. Oft muss man den halbfertigen Bahnradweg verlassen, sprich vom fünfzehn Meter hohen Damm runter und später wieder rauf, weil eine Bahnbrücke nicht restauriert wurde und die Radroute deshalb über andere Wege führt. Wie mache ich aus einer topfebenen Bahnradstrecke eine Hochgebirgsroute? Die Ahrwegbauer wissen wie: gib ihnen die Steigung scheibchenweise, lustiges rauf und runter vom Bahndamm, hahaha.

Aber im Ernst, ich tue den Planern des Ahrradwegs Unrecht. Es ist verflucht schwer, in dem engen, schieferigen Tal überhaupt einen Radweg zu planen. Die alten Bahnbauten, Tunnel und Brücken sind in einem teils verheerenden, unsicheren Zustand. Es würde Millionen kosten, sie zu restaurieren und durch das sich ewig windende Tal mit den schroffen Felsen führt nunmal nur eine begrenzte Zahl von Wegen.

Ein bisschen erinnert mich das Ahrtal an das mittlere Nahetal zwischen Kirn und Bad Münster am Stein. Nur viel höhere Berghänge. Spärlich gibt es, wie an der Nahe auch, Weinberge. Ultrasteile Etwasse auf kleinen Terrassen.

Altenahr le Mondän. Eine verrückte Stadt. Es gibt, ähm, es gab einmal eine Seilbahn, die den steilen nördlichen Hang hinaufführte. Nun rostet sie vor sich hin und mit ihr verfallen etliche alte Cafés und Restaurants. Ein Trümmerfeld niedergehenden Bädertourismus aus der Zeit der Rheinromantik? Ich weiß es nicht, und ganz so schlimm ist es denn doch nicht, denn als ich von der Seilbahn weiterradele und ins Zentrum komme, das sich an der Hauptstraße neben dem Fluss erstreckt, fühle ich doch noch Puls. Und zwar einen ganz schrägen. Ein glänzendes, riesiges Tanzlokal voller Leute mit Tanz täglich ab 16 Uhr. Fensterfront und schmucke Hausfassaden und viele andere Gastlichkeiten, die an Kurstadt erinnern.

Das Tanzlokal impft mir Eye Of The Tiger ins Ohr und schwupp, stehe ich vor einem Tunnel, eigens für Radler. Vielleicht auch ein Überbleibsel einer einst doppelspurigen Führung der Ahrtalbahn, die noch immer in Betrieb ist?

Ab Altenahr läuft es jedenfalls prima mit dem Bahnradweg. Meist direkt neben der in-betrieb-en Strecke, teils auf Stelzen und Holzbohlen, führt die Radroute gen Rhein.

Festrige Endstation ist der Camping in Ahrweiler, der mitten in der Stadt und direkt am Radweg liegt. Ahrweiler wartet auf mit einem wuchtigen – ich glaube – Ursulinen-Kloster, wenn ich mich recht erinnere, was auf der Plakette am Eingang geschrieben stand, sowie einer wunderschönen Altstadt, die von einer eiförmigen Stadtmauer umzingelt ist.

Ja, ich bin zu schnell. Abends durch die stille Stadt spaziernd wird mir das bewusst. Wirr im Kopf. Im Blog mache ich Fehler – hatte ich doch gestern tatsächlich vergessen, den Text in den vorigen Artikel einzufügen – Danke, Frau SoSo in der Homebase, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

Nun, da ich dies schreibe, sind meine Gedanken schon längst jenseits des Rheins. Es soll steil sein bis hinauf nach Wissen. Der Himmel ist trüb. Ich hoffe, es gibt keinen Regen.