Hum? Kontinent Mittelleben.

Im Westen gibts nichts Neues – außer vielleicht, dass ich gestern zusammen mit Journalist F. 150 km nach Osten gefahren bin, um einen Tag im Paradies für Männer zu verbringen. Dem Technikmuseum Sinsheim. Die Tupolev ist auf jeden Fall schöner als die Concorde – nicht zuletzt wegen der marmorierten Gepäckablagen.

Die Tour war auch gleichzeitig ein Slipped Disc Belastungstest. Ich will mal sagen, auf Biegen und Brechen habe ich die Tortur – über zum Teil original vom Phürerrr (dem Arsch) gebaute Autobahnen (Huckelstrecke Hockenheim) – überlebt.

Heute dann einen Spaziergang auf dem Jakobsweg, welcher just hier am einsamen Gehöft vorbei führt, angehängt. Auch wieder auf Biegen und Brechen.

NoRisc NoFun, oder, um es mit den Worten des Gymnastik-Gotts zu sagen: Arbeite mit dem Schmerz, nicht gegen ihn.

Aber ich will hier nicht langweilen.

Larmoyanzblog-Ende.

Erkenntnisse wären zu vermitteln aus dem Kontinent Mittelleben. Aber der Kopf ist müde. Alles, was in den letzten Wochen gedacht wurde, setzt sich sedimentös zu Boden, mischt sich in chaotischer Form mit Belanglosem, so dass am Ende nur eine breiige undefinierte Masse übrig bleibt, vor der man kinnreibend steht und sich wundert: „Was denn, das soll erkenntnisreich und lehrsam sein, dieses lehmig-knetbare Etwas soll die Essenz allen Wissens sein?“ Hum?

Eine Erkenntins ist die, dass man geneigt ist, der Zukunft hinterher zu rennen wie ein Hund dem Rudelführer und dafür Lunge, Herz und alles aufs Spiel setzt. Wenn man Glück hat, erkennt man rechtzeitig, dass man bei all dem Zukunft-hinterher-rennen verpasst, eine Gegenwart zu leben.

Eine weitere Erkenntnis ist die, dass man recht schnell das Maß verliert und sich überschätzt und dann dazu neigt, die Schritte zu groß zu machen, die Zeiteinheiten zu intensiv werden zu lassen, sich von simplen Äußerlichkeiten, die einen überhaupt nichts angehen, beeinflussen, antreiben zu lassen – Glück dem, der zurück geführt wird und die Chance erhält, die Schritte genau so weit ausladen zu lassen, wie es ihm entspricht.

Bauesoterisches – Zettelkästiges – back zu den Rootzeln

„Wie kann man hier drin überleben?“, fragte er.

Francis wusste die Antwort nicht. „Ich weiß nicht, ob das überhaupt vorgesehen ist“, flüsterte er.

John Katzenbach – Die Anstalt, Seite 275, Knaur Taschenbuch, 2006.

Erstaunlich, wie das, was man liest, manchmal auf das, was man schreibt abfärbt. Der Roman spielt in einer Irrenanstalt. Vielleicht sollte ich mir nach dem 750 Seiten-Krimi, noch einmal Marlen Haushofers „Die Wand“ vorknöpfen?

Wie auch immer. Beide Bücher sind Spitzen-Lektüre, finde ich. Wie man ein Buch wie „Die Wand“ schreiben kann, ist mir allerdings ein Rätsel. Wenn man es kann, kann man vermutlich alles schreiben – wenn man ein Buch wie „Die Anstalt“ schreiben kann, kann man obendrein spannend schreiben. Wenn man beides mischt und auf 250 Seiten kürzt? Was da wohl bei rauskommt?

Hum. Ich lese zu viel. Der Computer rippt. Ich würde gerne acht Stunden am Tag am Computer verbringen, einfach nur ein bisschen Quelltext kritzeln, weil mir hin und wieder gute Ideen für Webseiten kommen – so beschränke ich mich auf 10 Minuten Computer (die restlichen Stunden verbringt die Maschine mit dem Ripper, hehe). Manchmal kritzele ich HTML-Passagen auf Papier – pervers, aber ohne Problem machbar (ich empfehle Menschen, die mich nach Homepages fragen auch gerne, dass sie die Homepage einfach auf Papier malen sollen – ein guter Webdesigner kann das dann 1 zu 1 umsetzen).

Back to the  Rootzeln (auch gut Zettelkastenwort, oder? Kam mir gerade in den Sinn. Wir müssen unsere eigene Pidginsprache vorantreiben!)

Ich merke mir gerne seltsame Worte. Was hab ich neulich noch gefunden? Ah ja: „nicht aktualisierte Haustüren“ bei sara.schreibe

Weiß auch nicht, warum ich mich an solchen Sachen erfreuen kann. Die nicht aktualisierten Haustüren sind ebenso ein Fall für die Bauesoterik wie das Hochbett-Syndrom: dass nämlich Dinge, die ins Hochbett hinauf wandern, nie wieder herunter kommen. Auf diesen Gedanken hat mich Jolly Swaggirl gebracht – hey, Danke für den Puzzlestein.

Okay, die 10 Minuten sind um.

Gekritzel auf meinem Notizblatt

  • das Belanglose diagnostizieren
  • den Beelze mit dem Teufelsbub austreiben
  • Ich war ihr Wir waren ihr (Wann? Irgendwann 2007. Wo? Nur ein paar Kilometer südlich)
  • Hurrensohn
  • grundlegender Altersmasochismus
  • Leben unter dem Messer
  • Wer sich ins Tal begibt, kommt darin um

Das Urinell ist das Likörell des kleinen Mannes

Hochbettbesitzer sind schon ein bisschen spinnert. Insgeheim streben sie wohl nach Macht, nach Größe, nach Weitsicht und Erkenntnis. Je höher das Hochbett, desto wohler fühlt sich sein Besitzer – wäre da nicht das Problem, nuja, wenn man vor dem Schlafengehen zu viel trinkt oder ein gewisses Alter überschritten hat, muss man nachts raus.

Aber Hochbettbesitzer haben da einen Trick: sie pinkeln einfach in eine Flasche oder in einen Topf.

Nicht, dass ich sowas tun würde. Deshalb ist dieser Artikel auch höchst theoretisch. Er handelt von den Farben des Urins, von Maltechniken, von alternativen Malmitteln.

Vor einiger Zeit bin ich wegen eines Zeitungsartikels, den ich schreiben musste auf den Begriff „Likörell“ gestoßen. Kurze Recherche ergab, dass es ein Malverfahren ist, welches von einem bekannten Hamburger Maler seit einiger Zeit mit Vorliebe angewandt wird. Auf dieser Seite kann man seine Likörelle downloaden (15 Euro pro Download) und sie dann mit dem eigenen Drucker und eigener Tinte auf eigenem Papier ausdrucken.

Nun ist es nicht jedem vergönnt, sich teuren Likör leisten zu können oder gar einen Aquarell-Malkasten – aber Hochbettbesitzer mit schwacher Blase atmen längst auf, denn Urin kann – zwar meist in Gelbtönen aber bei entsprechendem Lebensmittelkonsum auch mal rötlich – durchaus den unerschwinglichen Likör oder die Aquarellfarbe ersetzen.

Hum?! Eigentlich fehlt zum Malen nur noch blauer Urin (gelb ist normal, rot wirds durch rote Beete). Jemand Ahnung, wie man den „herstellt“? Nicht dass ich mich für sowas interessiere … neinein

Siehe aber auch zum Thema Urinelle …

Und in der nächsten Folge erzähle ich, wie man aus Schamhaaren einen prima Pinsel bastelt.