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Artist in Motion

Das Pano zeigt die erste Szene zu einem Krimi. Aus dem Gebäude mitte-rechts wird frisch geschieden Frau Müller aus dem 2013er Saarlandtatort Melinda heraustreten, während ganz am rechten Rand vor dem Denkmal eine Touristenführerin die Sehenswürdigkeiten der Stadt erklärt. Was die Touristenführerin nicht sieht: auf dem Sockel hinter ihr, auf dem sonst kupferoxidiert Bismarck steht, steht grün angemalt die tiefgefrorene Leiche der Staatsanwältin aus dem Saarbrücken-Tatort. Noch während die Touristenführerin über Bismarck und die Entstehung des Deutschen Reichs erzählt, taut die Leiche auf und fällt vom Sockel. Der Zweibrücker Kommissar Zirkelschmied, der die Ermittlungen im Mordfall leitet, wird verwickelt in ein undurchdringliches Netz aus Intrigen. Offenbar wurde die gesamte Crew des Saarbrückentatorts entführt und wird nach und nach auf bizarre Weise ermordet. Der Verdacht fällt auf die einzige Schauspielerin, die nicht entführt wurde, die frisch geschiedene Frau Müller. Zirkelschmied, dessen besonderes Schicksal es ist, dem ebenso entführten Schauspieler Devid Striesow wie ein Zwilling zu gleichen, befindet sich im kleingeistigen Konflikt mit dem Dezernat für Kapitalverbrechen, das im Fall des gestohlenen Bismarcks in Richtung Metalldiebesbande ermittelt. Kompetenzgerangel mit seinem saarländischen Kollegen Hainz Bäcker ist vorprogrammiert. Kurzum, im Saarpfalzkommissariat herrscht rege Aufruhr. Erst als die Ermittlungen zu dem, vor Jahren getöteten Senkrechtmörder führen, kommt Zirkelschmied auf die richtige Spur.
Was du früher auf später verschiebst, wünschst du dir später, früher getan zu haben.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole.
2012 hatten SoSo und ich bei einem Streifzug durch Zweibrücken den fingierten österreichischen Mudart-Künstler Heiko Moorlander erfunden. Naja. Eigentlich auch die Mudart, ein Kunstgenre, bei dem die vorwiegend männlichen Künstler mit LKWs, Quads, Motorrädern und sonstigen Fahrzeugen ihre Werke in den Schlamm (engl. mud) malen. Ich muss sagen, dass das Ur-Bild der Mudart (Link siehe unten) noch immer ungeschlagen rätselhaft ist. Seither dichten wir an dieser Kunstlegende und nutzen jede Gelegenheit, Mudart-Werke zu fotografieren. Nach den Schlechtwetter-Eskapaden der letzten Wochen, gibt es dafür reichlich Gelegenheit. Der analphabethische Ausnahme-Mudartist Moorlander gibt seinen Kunstwerken durchweg englische Titel. Hier sein neuestes Werk „Into The Middle“, das auf einer Wieseneinfahrt im östlichen Saarland entstand.
Moorlanders wohl persönlichste Arbeit „Used To Have Some Trouble in My Youth“ findet sich unweit Von Waldshut-Tiengen am Hochrhein. Hier die Monumentalansicht des Kunstwerks.
„Used To Have Some Trouble in My Youth“ klassische Draufsicht.
Mit „Babberatsch Objekt #7“ aus dem Winter 2011/2012 wühlte sich Moorlander in die Herzen der internationalen Mudart-Kunstszene.