Alltag, der 7. Februar – vom Durchwurschteln aller Zeiten

Ein Kanten angeschnittenes Brot mit groben Poren und einem riesigen, natürlich gebackenen Loch, in dem eine Madonnenfigur aus Porzellan kniet.

Jonglierbälle allüberall. Und alle gleichzeitig in der Luft. Wenn ich aus Träumen erwache, wundere ich mich stets, dass sooo viel in so kurzer Zeit passiert. Dass ein ganzer Tag Traumleben in ein paar Minuten Traum hinein passt. Im Hirn können sich Dinge offenbar schnell und ohne Rücksicht auf Zeit ereignen. Mit zunehmendem Alter, so habe ich den Eindruck, schleicht sich das Phänomen in die Wachwelt. Anders lässt sichs nicht erklären, dass ich mit meiner Arbeit im Grunde längst fertig bin, aber dass sie, von außen gesehen, dies ganz und gar nicht ist. Längst hängen die Bilder aus 30 Jahren Irgendlink in der Galerie Beck. Auf einem Sockel liegt die „Akte Irgendlink“, ein Kirschholzblock mit festgeschraubtem Ringordnergestell, in dem fein geordnet alle möglichen Dokumente sortiert sind. Eine Art Künstlerlebenslauf mit Zeitungsartikeln, Studien für Kunstwerke, Verworfenem, Gescheitertem, Abgelehntem, aber auch Preiswürdigem, Gefeiertem, Höchstbegehrtem. Mitten im Raum scheinen die Cover der einstigen Aktenordner zu fliegen. An Angelschnüren baumeln sie in verschiedener Höhe, sind collagiert, beklebt mit Fetzen aus hundert Jahren Irgendlink; in manche der Aktenordnerrücken wurden Passeparetouts geschnitten, kleben fein säuberlich Kunstwerke. Die Rückseiten sind beschriftet. Vintagestyle. Das Flüchtige grüßt. In einer Ecke in der Belle Etage der Galerie hat sich eine Fraktion Objekte versammelt mit skurrilen Dingen, die dem Künstler unterkamen und die er, statt sie einfach wegzuwerfen, in Kunstwerke verwandelte. Ein Stück Brot mit einem Loch drin, in dem eine winzige Madonnenfigur kniet zum Beispiel. Reifen und Kettenstücke von vergangenen Fahrradreisen, die „Reliquien eines Europenners“, eines Menschen, der zum Fahrrad wurde (siehe Flann O’Brien, Der dritte Polizist). Wenigstens zum Teil.

Ich arbeite hart dieser Tage. Meist laufen drei Rechner. Zwei, auf denen Videos gerendert werden, einer zum Recherchieren und Beiwerk für die Videos beschaffen. Informationen, Headerbilder bauen usw. Viele Mails. Anfragen bei Sammler*Innen, ob sie das eine oder andere Kunstwerk zur Retrospektive beisteuern können. Die Madonna im Brot aus der Sammlung Schalenberg bereitet mir Kopfzerbrechen. Das Kunstwerk ist äußerst fragil. Es könnte beim Transport in Krümel zerfallen oder von Mäusen gefressen werden. Nebenbei liegt eine weitere Madonna auf Halde, die noch produziert werden will. Die Madonna im schwarzen Brot ist analog ein Figürchen, das in einen Rest Kohlebaguette eingefügt werden soll, das ich letztes Jahr in Frankreich kaufte. Es fehlt eine Madonnenfigur, die nicht viel größer als zwei Zentimeter sein darf. In der Regel finden mich die einzelnen Elemente, die nötig sind, ein Kunstwerk fertig zu stellen. Die erste Madonna kam mir wohl beim Geocachen unter. Kurz zuvor hatte ich ein Stück Brot bei Penny gekauft, in dem sich ein riesiges Loch auftat, als ich es in Scheiben schnitt. Hirn sagte, viel zu schade zum Essen, mach Kunst draus.

Der Zeit zum Hohn, die im nächtlichen Träumerhirn irre Kapriolen schlägt, läuft die Mühle in der realen Welt sehr langsam und kann Jahre überbrücken, ohne dass etwas äußerlich sichtbar fertig ist. Erst wenn das letzte Teilchen gefunden wurde, im Fall die winzige Madonnenfigur, die ins Schwarzbrot muss, kommt Klebstoff zum Einsatz, wird das Figürchen eingeklebt, erhält das Kunstwerk einen Preis, kommt in den Shop.

Wie es hier aussieht! Die Künstlerbude ist zur wahrhaften Messibude geraten. Alle Kraft ins Denken, Organisieren, Stapel richten, Aufschreiben. Da ist nichts mehr übrig, um etwa Geschirr zu spülen, den Boden zu wischen, aufzuräumen. Wenn mir jetzt etwas zustößt, findet der Wohnungsräumungstrupp einen Haufen Schmutz und scheinbar Wertloses. Viele Fragezeichen, Wunder, die im Chaos unsichtbar gemeinsam mit dem Alltagsmüll in einem Container landen.

Manchmal, hmm, nein oft, eigentlich immer, steige ich abends hinauf ins Hochbett und denke, was wenn ich nachts einen Schlaganfall erleide, einen Herzinfarkt, die Rettung kommen muss, mich bewusstlos durch die Luke nach unten fummeln muss? Die Luke ist nur etwa 50×60 cm groß. Eine 2,5 Meter hohe, steile Leiter führt hinauf ins Schlafgemach.

Die Rettung wuchtet dann ein Etwas da runter, das in höchster Lebensgefahr ist und das sich weder bewegen, noch äußern kann. Im Innern des Etwas drehte bis vor kurzem noch ein buntes Lebenskarusell voller Träume und Ideen und Hoffnungen. Aber wer weiß das schon, vielleicht dreht sichs im nicht mehr zu gebrauchenden Körper ja noch immer? Ewiger Traum. Alles ganz schnell. Viele Gleichzeitigkeiten, die sich aneinanderreihen wie die einzelnen Frames eines der Filme, die gerade auf den beiden anderen PCs rendern.

Etwa 50 Stunden Film habe ich in der letzten Woche vom Tisch geschafft, was nicht so arg viel Schnittarbeit war, da ich alleine vierzig Stunden für die Radreise von der Pfalz in den Aargau anfertigte. Eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt: Wenn mir mal etwas zustößt und es nur noch Augen und Ohren und Hirn gibt, kann ich mir die Radtour anschauen. Es ist ein Film vom Lenker aus auf die Straße. Entstanden im letzten Jahr Ende März, Anfang April. Man sieht: Straße. Sonst nichts. Mir reicht das.

Auf einer anderen Ebene bereite ich die Ausstellung vor, tausend Jahre Irgendlink, von IOS zu Android und zurück, finally happy …

Ich hab schon ein bisschen Sorgen, nicht fertig zu werden, ach was, ich schriebs ja schon auf, ich werde nicht fertig werden, ich kann gar nicht fertig werden, weil die Welt in meinem Gehirn immer um ein Viefaches weiter ist, als der lahme Körper das in der echten Welt auch nur ansatzweise realisieren könnte.

Da ich in letzter Zeit auch viel über ADHS und Autismus lese, frage ich mich manchmal, ob das auch auf mich zutrifft. Andererseits habe ich neben dem Alles-gleichzeitig-Syndrom nichts in die Waagschale zu werfen, das dafür spricht. Ich kann mich im Alles-gleichzeitig immer noch bewegen, kann Entscheidungen treffen; einzig damit, dass der Körper mit dem nassforschen Voranschreiten des Hirns nicht mithalten kann, hemmt mich. Ich vermute, ich lebe in der zweiten Abänderung. Viele Parallelen zur ersten Abänderung, der Pubertät, kommen mir in den Sinn. Lang ists her. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein?

Suche den Rasierapparat. Nicht, dass ich mich gerne rasieren würde, aber, naja, gestern kam mir ein Ensemble aus Videoclips unter, die gut zur kommenden Ausstellung passen würde. Der Fim handelt vom gescheiterten Absagen einer Ausstellung. Eine Million Jahre Irgendlink. Der Schnitt ist fast fertig. Es fehlt nur noch ein finales Statement. Und das hätte ich gerne mit gepflegtem Gesicht gefilmt. Ich werde die Kamera ein wenig underfoot aufstellen, damit man das Chaos in der Bude nicht darauf sieht. Wahrscheinlich mit den Jeanneaus, zwei Acrylgemälden „Vier Jahreszeiten“ im Hintergrund. Ich finde, das passt irgendwie zum Durchwurschteln aller Zeiten.

Breakeven des Videoschnitts – Sehnsucht nach Weite

Winterliches Streuobst Hochland mit einsamem kahlem Baum, neben dem ein Mensch mit jubilierenden Armen gen Horizont tanzt. Ganz klein ein Fahrrad. Über der geteerten Fläche des Wegs wird der Schriftzug Sehnsuch nach Weite in weißen Großbuchstbaen eingeblendet, sowie das in eckigen Klammern geschriebene Logo Irgendlink.

An Schlaf ist nicht zu denken. Der Kopf malmt. Durchwirkte Gedanken durchaus positiver Natur. Das innere Drängen lässt sich nicht aufhalten. Als sei eine Art Frühling ausgebrochen tief in mir. Blüten und Früchte allüberall und ein herrlicher Duft von Aufbruch.

Gäbe es nicht zu viele verschiedene Baustellen, ich könnte einfach tapfer loslaufen, vorwärts schauen, machen. Aber da sind die Ablenkungen durch liegen Gebliebenes.

Beim Videoschnitten, das ich seit anderthalb Monaten intensiviert habe, habe ich neben vielem anderen auch eines gelernt: Dranbleiben an der Sache und sie bis ins feinste Detail durcharbeiten. Im Kopf ist immer ein Fokus auf ein so-und-so sollte das Endergebnis aussehen. Egal, ob man nun ein Video schneidet, ein Poster gestaltet, einen Text schreibt, ein Essen kocht oder einen Garten bestellt.

Ein neuer Stern am Youtubehimmel – Irgendlink Reloaded

Ich bin äußerst zufrieden mit meinem Ausflug in die Videowelt. Sie eröffnet meiner Kunst und dem Schreiben ganz neue Perspektiven. Das im letzten Jahr naiv ausgerufene „Irgendlink Reloaded“ erhält posthum doch noch einen Sinn. Eigentlich als Notbehelfstitel für meine geplante und gescheiterte Nordkapreise gedacht, denke ich nun, dass der Reload in Form von Vlogs und neuen Werkzeugen des Livereisens tatsächlich möglich ist. Schon arbeite ich an Videos über längst vergangene Reisen; vermutlich lässt sich aus dem Bild- und teilweise auch Bewegtbildmaterial von damals in Kombination mit Blogtexten und Vlog-Sessions ein interessantes Konglomerat gelebten Kunstlebens kreieren. Ich hab jedenfalls „Bock“, um es mal im Youtube-Sprech zu sagen. Ich hänge die Links zu den ersten Experimenten, die Materialien der Straße nach Gibraltar (Gibrantiago) in einen Film zu bringen unten an. Geplant ist eine Art kommentierte Slideshow mit Vlog-Elementen und Routen-Clips. Ein schönes kreatives Spielfeld, wie ich finde.

Breakeven des Videoschnitts

Nach drei Radreisevideos, die ich geschnitten habe, habe ich den Umgang mit dem Schnittprogramm Kdenlive halbwegs drauf, fühle mich wohl mit dem Werkzeug. Im Grunde ist es auch nichts anderes als Holzhacken mit einer Axt. In beiden Fällen, beim Videoschneiden wie beim Holzhacken, muss man zunächst das Werkzeug beherrschen lernen. Ungeübt einen 60 Zentimeter durchmessenden Pappelklotz zu zerhacken ist ähnlich schwierig wie mit Kdenlive ein Video zu bearbeiten. Pappel ist, zugegeben, eines der am kompliziertesten zu spaltenden Hölzer, die ich kenne. Da kannst Du nicht einfach mittenrein hauen und zack haste zwei Hälften. Selbst wenn das Holz natürliche Risse aufzuweisen scheint und du dich darauf konzentrierst, sie womöglich auf den Millimeter triffst, mit aller Kraft zuschlägst: kein Durchkommen. Pappel muss man vom Splint aus in Scheiben abspalten.

Ich lenke ab. Die Videoschnitterei hat endlich ihren Breakeven erreicht. Beim neuesten Film, dessen Rohmaterial ich vergangenen Samstag auf dem Europäischen Mühlenradweg sammelte, habe ich gerade mal sechs Tage gebraucht bis zum fertigen Film. Zudem erstmals auch ein bisschen auf die Uhr geschaut, um ungefähr zu ermitteln, was mich solch ein Film denn kostet. und dann hochgerechnet, wieviel ich theoretisch verdient hätte, wenn ich die drei Filme in Auftrag produziert hätte.

Naja, davon ließe sich prima leben.

Sehnsucht nach Weite – Radtour auf dem Europäischen Mühlenradweg

Lange Rede. Mein neuester Film heißt Sehnsucht nach Weite. Er spielt auf dem Europäischen Mühlenradweg südlich Zweibrückens.

Heute Abend (Freitag 2. Februar 2024) ist Premiere. Zur Primetime um zwanzig nach acht. Dann hat man noch Zeit, sich nach dem Wetterbericht ein Getränk zu holen.

Schaut gerne vorbei. Ich werde im Livechat dabei sein.

Der Film wird nach der Premiere natürlich auch noch im Netz sein.

Wer kein Youtube mag, kann sichs über Yewtube, zudem werbefrei, anschauen. Dort wird die Premiere aber noch nicht angezeigt. Der Film sollte wie alle anderen Irgendlink-Produktionen mit dem Suchbegriff „Irgendlink“ auf https://yewtu.be/ zu finden sein.

Peertube-Instanz gesucht

Achja, hier noch eine Frage: Kennt Ihr eine Peertube-Instanz, bei der man in großer Datenmenge Filme hosten kann. Es würden pro Monat wohl etwa 30 bis 50 GB anfallen. Die Instanz sollte gepflegt sein, Thema Reise und Kunst, sowie schnell, und zukunftsstabil.

Downloads und Goodies

Downloadlinks des GPX-Tracks der Radtour und des Vorschaubilds als Wallpaper gibts in der Videobeschreibung.

Apendix Slideshow-Experimente zur Straße nach Gibraltar

Die vorgehensweise ist erst einmal so: Ich jage die Einzelbilder durch die GoPro Quik App, die daraus in verschiedenen Formatvorlagen unterschiedliche Arten von Clips macht. Inklusive Musik. Das Programm nimmt mir die Animationsarbeit ab. Ein bisschen erinnert es mich an die iPhone App Hipstamatic – aufgeblasener Schnickschnack, der aber kreativ eingesetzt eine gewisse Endwürze erzeugt, die man als händisch tätiger Künstler ohne App-Unterstützung nur unter großen Mühen erreichen würde. Kurzum Appspressionismus in Reinform. Klar, nur die App einsetzen und Ruhe ist, das geht natürlich nicht. Beim Appspressionismus ist es ja so, dass erst die kreative Kombination unterschiedlichster Apps in Kooperation mit dem Künstler, der Künstlerin ein unikates, markantes Kunstwerk erschafft. So erhoffe ich mir das nun mit den Bewegtbildern.

Nun wünsche ich ein feines Wochenende, viel Spaß mit den verlinkten Clips und vielleicht sieht man sich ja heute Abend um 20:20 Uhr bei der Premiere?

Facts about Kunststraßen 9

Die längste Kunststraße entstand 2012 auf dem Nordseeküstenradweg. Die Reise führte durch 10 europäische Länder auf kombinierten nationalen Radstrecken einmal um die Nordsee. Mit der Anreise und Rückreise per Fahrrad zwischen Zweibrücken und der Partnerstadt Boulogne sur Mer, ist die Strecke gut 7000 Kilometer lang. Die Reise dauerte vier Monate. Gewohnt spartanisch ging es zeltend in durchschnittlichen Tagesetappen von etwa 70 Kilometern voran. In England und Schottland musste ich mich wegen sehr schlechten Wetters in Bed & Breakfast und Hotels sprichwörtlich freikaufen. Von John O’Groats, dem nördlichsten Punkt des schottischen Festlands ging es in zwei Fährhüpfern via Orkney- zu den Shetlandinseln und ab dort per Flugzeug nach Bergen. Eine weitere Fährpassage führte von Varberg in Schweden nach Grenaa in Dänemark.

Auf der Reise lernte ich den schottischen Künstler Ray Harris kennen, der mich durch Norwegen, Schweden, Dänemark und Deutschland begleitete und der auch ein Stück auf der Nordkap-Kunststraße mitradelte.

Bei Ums Meer änderte ich mein Konzept und verabschiedete mich endgültig vom alten Photoschema und der Idee, die Kunststraße linear auf einer carrerabahnähnlichen Konstruktion darzustellen. Die Digitalisierung hatte begonnen und das literarische-künstlerische Konzept der Livereise in Blogform nahm Gestalt an.

Die Straßenfotos im Header dieses Blogs sind auf dem Nordseeküstenradweg in den gewohnten zehn-Kilometer-Abständen gemacht.

Die Liveblogberichte finden Sie in diesem Blog unter dem Menüpunkt Projekte/UmsMeer

Viele kleine quadratische Straßenfotos, Grundton blaugrau in einem regelmäßigen Gitter angeordnet.
Über 700 Fotos, im Abstand von zehn Kilometern aufgenommen, dokumentieren die Radreise um die Nordsee 2012.

Facts about Kunststraßen 8

Zwei Bilder einer Straße mit Kirche und Dorfeingang in Burgund. Ähnlicher Standort im zeitlichen Abstand von 10 Jahren.

Die doppelte Kunststraße.

Viele meiner Ziele habe ich erst im dritten, vierten oder fünften Anlauf erreicht. So habe ich zum Beispiel das Nordkap erst mehr als 25 Jahre nach meinem Erstversuch im Jahr 1988 per Fahrrad erreicht. Sogar eine Reise per Auto mit dem Ziel Nordkap scheiterte 2010 in der Nähe von Bodø nur wenige Kilometer nördlich des Polarkreises.

Ähnlich verhielt es sich mit der Radreise nach Süden, bei der mindestens viermal das Ziel Gibraltar nicht erreicht wurde.

Die Beharrlichkeit des Kunststraßenbaus zahlt sich letztendlich aus. Im Jahr 2000, kurz bevor das amerikanische GPS-System auf ‚Genau‘ gestellt wurde und somit der Weg frei gemacht wurde für die zivile Nutzung der Satellitennavigation, radelte ich mit analogen Kameras und etwa dreißig Filmrollen im Gepäck quer durch Frankreich, überquerte bei Andorra die Pyrenäen und kehrte an durchs Rhônetal zurück nach Hause. Eigentlich standen die Zeichen gut, Gibraltar zu erreichen. Leider hatte ich meine Kreditkarte verbummelt und musste die Reise mit dem Notgeldvorrat in Form von American-Express-Schecks bewältigen. Mit 3000 französischen Franc, umgerechnet etwa 450 Euro, war die fünfwöchige Reise unschlagbar billig.

Zehn Jahre später wiederholte ich die Reise und folgte fast der gleichen Strecke. Dieses Mal im neuen ‚technischen Outfit‘ mit iPhone, GPS, Digitalkamera. Auch 2010 erreichte ich Gibraltar nicht. Die Reise endete im Gebirgsdorf Borreda unweit von Ripoll in den Pyrenäen, wo mich meine Liebste ins Auto lud und wir eine Woche Erholungsferien am Mittelmeer machten.

Die beiden Zweibrücken-Andorras sind gut dokumentiert.

Hier eine Karte der bereisten Strecke (die dünne schwarze Linie zeigt die abweichende Route 2010, meist Streckenverbesserungen zur Vermeidung von Hauptstraßen):

Zwei Fotos im Abstand von zehn Jahren zeigen eine Kirche in Weitwinkelaufnahme
Bildpaar im Abstand von zehn Jahren.

Zwei Bilder einer Straße mit Kirche und Dorfeingang in Burgund. Ähnlicher Standort im zeitlichen Abstand von 10 Jahren.
Bildpaar im Abstand von zehn Jahren.

Facts about Kunststraßen 7

Kapschnitt Konzeptkunst Ausstellung

Eine Vernissage ohne Licht. Ausgerechnet vor der ersten Ausstellung einer Kunststraße fiel der Strom in der Galerie aus. Im knapp 150 qm großen Galerieraum im zweiten Kellergeschoß der Galerie Walpodenstraße war es im Dezember 1995 zappenduster, als der erste, verfrühte Gast auftauchte. Künstlerkollege Sven Schalenberg bekam kurzerhand eine Taschenlampe in die Hand gedrückt und konnte an der über hundert Meter langen Konstruktion, auf der die Straßenfotos von Mainz nach Norwegen montiert waren den ‚Kapschnitt‘ zu Fuß erkunden.

Dem Hausmeister gelang es erst wenige Minuten vor der offiziellen Eröffnung, den Stromausfall zu beheben.