Walkaround Mainz

Die grünlich bis bläulich colorierte Landkarte aus der Openstreetmap, deutsche Ansicht, zeigt die Fläche der Landeshauptstadt Mainz etwas dunkler blassblau hinterlegt. Sie hat die Form einer senkrecht stehenden Raute mit einer kleinen Beule am unteren rechten Rand. Vier blaue Marker zeigen die Extrempunkte Nord, Ost, Süd und West und in der Mitte ist der Schnittpunkt dieser Punkte als Mittlpunkt verzeichnet. Es sind nicht sehr viele Details in der Karte erkennbar, aber die Hauptrouten wie der Autobahnring, der Rhein sind deutlich. Links oben ist eine Projektbeschreibung als weißes Tablar eingeblendet.

Eine Wanderung entlang der Stadtgrenze von Mainz

Relation 62630 ist in der Openstreetmap der Code für die Zusammenfassung der Stadtgrenzen der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Der Künstler Irgendlink (Jürgen Rinck) folgt dieser Linie auf möglichst nahe begehbaren Wegen und erstellt ein künstlerisches und literarisches Profil des umwanderten Gebiets. Geodaten, Koordinaten, Fotos, Ton- und Filmaufzeichnungen speisen das multidimensionale Erlebniskunstwerk als zunächst grobe Datensammlung, die sowohl in Echtzeit, als auch im Postprozess zu haptischen oder digital erlebbaren Kunstwerken bzw. Videos weiter entwickelt werden.

Der postmoderne „Walking Act“ ist live erlebbar und kann an einem noch zu bestimmenden öffentlichen Ort als eine Art moderne Wandzeitung in Echtzeit miterlebt werden. Und natürlich auf den ans Internet angeschlossenen Endgeräten zu Hause.

Streckenlänge ca. 60 bis 80 km.

Auftakt einer neuen Serie. Dieses Jahr möchte ich unter dem Label „Walkaround“ die eine oder andere Stadt wandernd porträtieren. Mögliche Kandidatinnen sind Mainz, Zweibrücken und Pforzheim. Für Mainz habe ich schon eine Projektskizze in meiner uMap angelegt.

Am 10. Mai wird es gemeinsam mit den Künstler-Kollegen Büttner und H. rund um Limburg gehen. Mehr Infos folgen in Kürze … um ehrlich zu sein, steht dieser Artikel vor allem deshalb hier, weil ich einen ersten Artikel benötige, um dem nigel nagel neuen Schlagwort „Walkaround Mainz“ Leben einzuhauchen.

Eine feine Woche wünsche ich allerseits.

Vielleicht

Okay, der Plan steht. Vielleicht. Ich hacke diese Zeilen. Dann packe ich mein Bündel, sattele das Radel, fahre nach Neunkirchen (Saar) zum Bahnhof. Um 10:10 Uhr schaue ich mir den RE3 an, ob es sich gut anfühlt einzusteigen und ob es einen Platz gibt im Fahrradabteil. Sprich: Ist die Bude voll, radele ich zurück oder woanders hin, ist die Bude erträglich, fahre ich mit und steige in Ingelheim (Rhein) aus. Dort radele ich Selz aufwärts und zweige zu gegebener Zeit ab nach Oberolm. Im Zug noch rufe ich QQlka an, ob er auch zum Treffen mit der Walpodenakademie kommt, draußen beim Forsthaus. Ab 12:30 werden wir, eine handvoll Künsttlerinnen und Künstler, unterwegs sein, spazierend, plaudernd, dichtend, malend und musizierend. Die Walpodenakademie veranstaltet diese Art Collective Walking Act jedes Jahr im Frühling.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich zu oberst schrieb „vielleicht“. Tja. Und das sagt schon alles. Das und dass ich alt und müde geworden bin, mein Sofa und mein Bett über alles liebe, mich so langsam aufs Lebensende vorbereite, aber hej, das hindert mich nicht daran, ab und zu auszubrechen.

Zurück aus Paris

Just im Moment die Speicherkarten auf den PC entleert und die Bildergebnisse gesichtet: diverse Straßennamenschilder der französischen Hauptstadt, Trash, ein Fetzen Notre Dame, dann wieder Szenen aus der Erotten-Ausstellung. Ein proppenvolles Omadis, das ist eine Kneipe im 18. Arrondissement mit angeschlossener Galerie. Am Vernissagenabend wurde das Achtelfinale des Africancup auf sämtlichen Fernsehern des Bezirks übertragen, was die Kneipen füllte. Menschentrauben wuchsen auf den Trottoirs. Die Fans von Kamerun und Elfenbeinküste drückten sich die Nasen platt auf der Suche nach einem freien Blick auf einen der Kneipenfernseher draußen wie drinnen. Wild parkende Autos, um die sich schon gleich Polizisten scharten, begierig, parksündende Fans anzuzeigen.

Drei vier Tage in der Stadt, montags gearbeitet, indem ich mich von Notre Dame rund um die Insel fotografierte in Richtung Eiffelturm. Spitz ragte er im Dunst. Unerreichbar, denn Stadtspaziergänge sind viel anstrengender, als zum Beispiel durch den Pfälzer Wald zu wandern. Der Verkehr fordert deine ganze Aufmerksamkeit. Lärm zermürbt. Mit stierem Rundumblick ein besonderes Augenmerk auf Hundescheiße gerichtet, die Übelkeit am Beginn der Tuilleries bekämpfend.

Soweit so gut erstmal.