irgendlink

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Archive for the ‘europenner’ Category

Beobachte den Blogagonisten beim Lernen

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Bin guter Dinge, weil das Wetter so schön ist und es angeblich wieder wärmer werden soll. Naja, und vor allem, weil der Zettelkram vom Tisch ist und der Zahn repariert. Manchmal staut sich aber auch so Manches im Menschenleben. Es ist die Summe der Kleinigkeiten, die an einem zerrt wie ein Rudel außer Rand und Band geratener Schlittenhunde.

Ich hab den Mund ziemlich voll genommen mit dem neuen Blog. Warum? Weil ich groß und breit den Europenner in die Kategorienliste aufgenommen habe. Altes Sorgenkind. Sollte mal ein Roman werden. Bis ich letztes Jahr bemerkt habe, dass ich zum Romanschreiber nicht tauge. Bin doch Blogger. Ich kann keine Geschichten erfinden. ich kann sie nur erleben. Allerdings kann ich Erlebtes verändern und verschnörkeln. Das funktioniert wie Malen nach Zahlen. Es ist so einfach wie Fotos übermalen. Nun hab ich mir überlegt, ich blogge weiter wie bisher. ist ja auch schon was wert. Alles Europenner-Relevante packe ich in den Basis-Ordner rot, die unterste Ebene des im Entstehen begriffenen Buches. Aus dieser Ebene wächst die gelbe Ebene. So eine Art Autobiografie und daraus entsteht die pure fiktive Ebene, der eigentliche Roman (grün).

Soweit meine Theorie. Wie die Praxis aussieht? Keine Ahnung. Mein Gefühl sagt mir, dass ich mich vor allem auf der roten Ebene bewegen werde. Quasi das Fundament. Hier wird getan und gelassen, was ich will. Die Einträge sind quer. Sie sind schwer. Sie sind wild. Sie sind frei. Pures Blogextrakt. Die chemische Keule der Literatur.

Ich schweife ab. Je nach Lust und Laune wird die rote Ebene von der Theorie des Romanschreibens aus der Sicht eines literarischen Laien handeln. Oder einfach nur dahin geplaudert und laut gedacht. Hier beobachtet Ihr den Blogagonisten beim Lernen.

Written by irgendlink

Januar 16th, 2006 at 11:58 am

Spätnachts, nochwach

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Vorhin hab ich irgendwas gefaselt von wegen: “endlich wieder ruhig schlafen können.” Das war bei Journalist F. Wir hatten eine Ansammlung von Quittungen sortiert, wurden ihrer Herr, vereinten sie mittels moderner Software zu so etwas ähnlichem wie Steuererklärung.

Aber nun hocke ich hier vorm PC. Wie? Schlaflos. Weiß auch nicht warum. Das Feuer knistert. Wenn ich diesertage die Künstlerbude für mehr als 12 Stunden verlasse ist sie eiskalt. Gibt ja nur den Holzofen. Und der füttert sich nicht von alleine. Das Thermometer zeigt mittlerweile 10 Grad plus. Mit zwei Pullovern und Mütze ziemlich okay. Alles eine Frage der Gewöhnung. Ein bisschen sorge ich mich um die Festplatten. Minus 3 sollten sie packen. Überlege, ob ich nicht Festplattentester werden könnte. Die Künstlerbude bietet ideale Extrembedingungen.

Zurück zum Zettelkram. Der liegt fein verpackt im Aktenordner. Kann nur noch Tage dauern, bis alles schniegelfein bei den Behörden ist. Ich bin der Marathonläufer der spätkapitalistischen Körperschaftsverwaltung, oder so ähnlich. Überbringer der Botschaft: Hausse!

Spaß beiseite. Die momentane Schlaflosigkeit rührt daher, dass ich das Kunstding wohl nicht mehr los werde. Ich bin zu tief verstrickt in die eigenen verquickten Ideen und Projekte. Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, anständig zu werden – ach was, ich unternehme ernsthafte Versuche, eine Arbeit zu finden. Festanstellung soll mein zweiter Vorname sein, Ehrbarkeit meine Adresse. Ist aber nicht einfach, nach zehn Jahren als Künstler, im normalen Leben Fuß zu fassen. Man gilt als nicht resozialisierbar.

In solchen Momenten denke ich manchmal, ob ich nicht der ideale Typ für die Straße bin. Ein Edelpenner, der der Gesellschaft entsagt. Nicht wirklich gescheitert, nicht am Ende, aber auch nicht in der Lage, dazu zu gehören. Ich habe etliche Berber getroffen, draußen unter den Bäumen Europas. Wahllos verteilt zwischen Industrie- und Neubaugebieten mahnten sie erhobenen Zeigefingers: “Achte auf Deine Schuhe!”, doch das tut nichts zur Sache. Stolze Menschen, die sich eine Lebensgeschichte zurecht logen. In ihren phantastischen Träumen besaßen sie Geld und hatten es in Wirklichkeit gar nicht nötig, auf der Straße zu leben, aber …

Ja, ein Typ Edelpenner, der sich herumtreibt, das Land bereist und darüber berichtet, das würde ich gerne machen. Aber zunächst gibts noch ein paar Kunstausstellungen. Das Insolvenzverfahren der Europenner ist kompliziert.

Written by irgendlink

Januar 16th, 2006 at 1:32 am