Der Fischjakob der Meteorologie

Gestern, als noch nicht so ganz klar Auf dem Rücken liegend durchs offene Zelt betrachtet sieht der Himmel aus, wie frisch gespindelte Zuckerwatte. Obschon die Vorstellung, wie der Kosmos betrachtet durch eine Zuckerwattenspindel wohl aussieht, ziemlich abstrakt ist. Wenn wir nicht den Yahoo Wetterbericht auf dem Smartphone abgerufen hätten und die nette Frau gestern nicht den Fernsehwetterbericht rezitiert hätte, könnten wir jetzt glücklich sein und uns über den schönen Tag freuen. Das war gestern früh. Eine Amsel sang. Bedeutet das nicht, dass es gleich anfängt zu regnen? Die Welt der Deutungen ist gewachsen mit dem Bewusstsein, das der Mensch im Laufe der Jahrzehntausende kultiviert hat. Treu wie ein Hund und voller Flöhe, dieses Bewusstsein. Warum ist Tieren das Wetter egal und Wanderern nicht? Warum wird uns das Wetter mehr und mehr in marktschreierischer Manier angepriesen und ein einfaches Schön oder Schlecht genügt schon lange nicht mehr? Weil sie es verkaufen. Das Wetter ist zur Ware geworden. Und weil es davon so viel gibt, stehen die Wetterhändler miteinander in Konkurrenz. Und deshalb müssen sie marktschreierische Methoden anwenden, um es anzupreisen. Diese Fischjakobe und Käselottes der Meteorologie.
Wir sind ausgerüstet, als würden wir den Kungsleden in Lappland laufen oder den schottischen Westhighlandway. Nahezu autark mit Zelt und Kocher. Im Prinzip ein Ernstfalltest, sage ich zur SoSo. Was wäre, wenn wir tagelang keine Zivilisation sähen, nichts kaufen könnten? Okay, ein paar Dinge mehr würden wir dann schon benötigen. Besseren Regenschutz, mehr Lebensmittel. Wasser würden wir aus Bächen schöpfen. Auch hier trinken wir ab und zu abgekochtes Reusswasser. Der Fluss ist sehr sauber. So schwärmen wir von anderen Touren in anderen Ländern. Das Schönwetter für den Westhighlandwaymüssen wir aber schon jetzt buchen, scherze ich. Ist nicht so wie in der Schweiz, dass man Lastminuteangebote hätte, fischjakobeske Sommerhochs, gespickt mit käselottischen Gewitterzellen, sozusagen der Ballermann der Wetterbranche …
SoSo beim Frühstücken und Solarladen an der Reuss.
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Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

2 Gedanken zu „Der Fischjakob der Meteorologie“

  1. Schönes Bild, und schöner blauer Himmel! ;-)
    Ich vermute ganz stark, Soso sammelt gerade jede Menge Glücksmomente! ;-)
    Euch beiden einen herrlichen Tag und liebe Grüße,
    Andrea

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