Good Bye Yellow Pig Road

Nur eine Stunde würde genügen! Dann würde die schwarze Wasserleitung auf dem Dach genug Heißwasser produzieren, um im Silobad eine heiße Dusche zu nehmen. Nur zehn Minuten würden genügen, damit das Harz aus dem Glasreparaturkit, das ich kürzlich für die Frontscheibe des Autos gekauft habe, unter der satten UV-Strahlung erhärten würde und man endlich wieder beruhigt Autofahren könnte. Stattdessen trommelt Regen aufs Dach der Künstlerbude. Die Lupinen ersaufen in einem Bottich, der so schwer ist, dass man ihn selbst mit der Brechstange und einer Technik, wie sie im alten Ägypten angewendet wurde, um die Pyramiden zu bauen, nicht mehr unter das Vordach bewegen kann. Würde Noah heutzutage leben, er wäre längst ersoffen. Es ist dem Fieberwahn geschuldet, dass ich auf dem verschwitzten Krankenbett Elton Johns Good Bye Yellow Brick Road in Yellow Pig Road umdichte. Ein schweres Epos von Lied, das anklingen muss, wie ein tragischer Blues auf einem Reisfeld im Süden Louisianas … Die gelbe Sau will und will nicht aus den Wolken kommen. Erst gegen Abend, als schon alle Hoffnung verloren schien, streift sie übers Land und ich hetze wie ein Bekloppter zum Birnbaum, dreihundert Meter vor der Haustür, wie, um einen Beweis zu sichern, ich Forensiker des Lichts, ich.
Der Birnbaum vorm einsamen Gehöft im ersten Sonnenlicht des Jahres 2013 – eine Neuner-Collage, bestehend aus Hipstamatic Zufallsfotos kombiniert mit Turbocollage und gemäß dem iDogma direkt ins Netz geladen..
20130524-092936.jpg

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

10 Gedanken zu „Good Bye Yellow Pig Road“

  1. du? hast? sonne? gesehen? *hintervorgehaltenerhandflüstermodusein* was musstest du bezahlen? von wem? adressen? *hintervorgehaltenerhandflüstermodusaus*

    die collage muss als beweis dienen. toll ist sie geworden – doch der zweifel regt sich. gibts die sonne wirklich noch, die gelbe sau?

    1. Genaaaau! Ich bin der Typ im schwarzen Mantel hinter dem Bahnhof, der die Leute mit „Pst-Pst … Brauchst Du …?“ anquatscht, und wenn ich den Mantel ein bisschen aufschlage, strahlt ein goldener Streifen hervor.
      Was mich zu einem neuen Artikel mit dem Titel Sonnendealer anstachelt.

  2. Ein besonders hübscher Birnbaum ist das, der, wenn man ihn auf den Kopf stellen würde, selbst die Form einer Birne hat. Selbst einem langgezogenen Herzchen ähnelt er, denkt man sich den nach links ausladenden Ast weg.

    Ich mag die Collage sehr. :-)

    Hier scheint zur Zeit grad die Sonne (11 Grad *grummel) , aber die dicken Wolken sind nicht weit. Ein Shietwetter ist das …

    Grüßlis, Szintilla

  3. ich mag dieses wetter. es unterläuft so schön unsere erwartungen. und endlich kommt auch mein t-shirt für alle lebenslagen wieder zum tragen. auf ihm prangt der schriftzug: „wo ich bin ist immer herbst.“

    du solltest öfter im fieber schreiben. die texte werden dann so wunderbar zweckenthoben. weiter so. vielleicht ohne elton und weniger hip. wenn’s nach mir ginge. was es aber nicht tut.
    gute besserung wünsche ich,
    nur dir, nicht dem wettergott.

    gruß, uwe

  4. heute Morgen beim aufwachen, zaghaft wandert der Blick zum fenster hinaus, aaah noch ist die nächste Front nicht angekommen, nix wir raus zur gelben Sau … :)

    ein feiner Text!
    gute Besserung?! und der Birnbaum ist doch immer wieder schön
    herzlichst Ulli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.