Boulogne sur Mer

In weiter Ferne ist der letztjährige Liveblogbericht (vier Monate täglich Text und Bilder in diesem Blog, eine Operation am offenen Herzen der feinen Künste; per Radel von Zweibrücken via Partnerstadt Boulogne einmal um die Nordsee und zurück).
Nun bin ich wieder in Boulogne. Mit fünf Bussen und – ich glaube – 250 Zweibrückerinnen zum traditionellen Pfingsttreffen der beiden Partnerstädte.
Für meine Bilder der Reise um die Nordsee gab es einen eigenen, pechschwarzen Pavillion, in dem die Temperatur heute in der Sonne auf über dreißig Grad angestiegen ist. „Das wird garantiert die letzte Ausstellung in der echten Welt“, schwor ich heute Morgen. Die Frustration über den nicht vorhandenen finanziellen Erfolg und meine Menschenscheu veranlassen mich manchmal zu solchen Schwüren. Außerdem finde ich, der Künstler hat seine Pflicht getan. Der Künstler kann … ach!
Ich will ein braver, virtueller Mensch werden, der coole Liveblogs schreibt und nur dann in die „echte“ Welt kommt, wenn man ihn dafür bezahlt (Anhang 1 des obigen Eids).
Aber auch auf dem Liveblogsektor fühle ich mich ausgelaugt. Schon seit Freitag, seit der achtstündigen Busfahrt, denke ich, wie ideal diese Tour wäre, sie direkt zu bloggen. Aber es gelingt mir nicht, den inneren Schweinehund zu überwinden und einfach drauflos zu schreiben, wie auf der Meer-Runde. Es wird mir bewusst, wie schwierig das ist, was ich getan habe, welche Disziplin es erfordert. Und wie wichtig es ist, alleine unterwegs zu sein.
Fotos gibt es in Massen. Die Nikon erfährt eine wahre Rennaissance. Und das iPhone kommt mit Panoramasoftware, Film- und Tonmitschnitten zum Einsatz. Kurzum alle Register der feinen Künste ziehend; nur mit der Schreib- und Blogdiszipiln hapert es noch ein Bisschen.
SoSo berichtet ebenfalls über diese Reise.
Voilà des photos.
In der Kunstschule EMA in Boulogne sur Mer.

Heizungsrohre Ecole des Arts Boulogne
Außerhalb der Kunstschule – Boulogne rue Felix Adam.

Boulogne rue Felix AdamEin frisch renoviertes Häuschen zwischen Ruinen in einer Seitenstraße der rue de la Paix.

20130518-234956.jpg
Am Strand von Boulogne.

Strand Boulogne sur Mer

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

6 Gedanken zu „Boulogne sur Mer“

  1. und wir haben mal wieder gleichzeitig über gleiches gebloggt. oder ähnliches … das war auch schon lange nicht mehr .. schweden vor zwei jahren … :-)
    schön, mit dir hier zu sein und trotz der vielen menschen inseln der ruhe zu finden. und das meer. den strand.

  2. Je älter man wird, umso weniger mag man es, in einen Stundenplan gepresst zu werden. Aber Ihr könnt ja entfliehen- gute Zeit!

  3. Ha! Ich glaube Dir nicht, daß Du Deine Ausstellungen nicht mehr in der echten Welt machst. Nein nein. Das war bestimmt nur eine Überreaktion in einer Streßsituation.

    Und wegen des Streß‘ ist das Bloggen live und in Farbe nicht geglückt. Weil Du zu sehr in Abläufe eingebettet bist, die außerhalb Deiner selbst bestimmt wurden und sind? (Ich vergleiche jetzt ganz unbotmäßig mich mit Dir: Ich muß mich zum „Schaffen“ aus der Welt – dem Trubel, der mir manchmal auch übergestülpt wird – zurückziehen, herausnehmen können. Bei solch offiziellen Ereignissen gelingt mir das auch nur äußerst selten. Ist das bei Dir auch so?)

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