Die man nicht von Unten betrachten darf

Die, die man nicht von Unten betrachten darf, nennt sie mein Vater. Sie rammen ihre sturen Köpfe aus der Erde. Und ich nenne sie ganz harry-potteresk die, deren Namen nicht genannt werden darf, weil das Unglück bringt und man sie sich ggf. von Unten betrachten muss.
Eine Handvoll Dünger werfe ich darauf und gebe ihnen Wasser. Dünger, als die Polizei erlaubt, nenne ich die weißen Nitratphosphatkalziumkörnchen.
Das sind die einfachen Sprachcodes hier auf dem einsamen Gehöft.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

8 Gedanken zu „Die man nicht von Unten betrachten darf“

  1. Schöne Geschichte, mit den Sprachcodes auf dem einsamen Gehöft! :-)

    Kennt ihr das alljährliche Phänomen mit den Zucchini auch? Im Frühjahr werden die zarten kleinen Pflänzchen in kleine Töpfchen ausgesät, sie werden gehegt und gepflegt und umsorgt und betüdelt. Irgendwann sind sie erwachsen und dürfen raus, ins freie Land. Und die ganze Familie freut sich schon auf die erste Ernte… So geht der Sommer voller Zucchini dahin. Irgendwann, meist so Ende September oder Anfang Oktober, kann niemand in der Großfamilie mehr Zucchinis sehen, weil wir sie alle ungefähr 3 mal die Woche essen, als Gemüse, als Suppe, gegrillt, gebacken, fritiert… Bis zur Erlösung, dem ersten Frost. Die Großfamilie/Nachbarschaft/Verwandtschaft/Bekanntschaft atmet auf. Geschafft! Ende der Zucchini-Schwemme! Jetzt nur noch den harten Winter überstehen und im April gehts dann endlich wieder los: Papa sät die Zucchini aus! Uih, wie wir uns alle auf die erste Ernte freuen! :D
    Irgendwie schafft es mein Papa nie, gerade mal so viele Zucchini anzubauen, wie wir auch gerade mal so essen können… ;-)

    Ich wünsche dir und der SoSo ein wunderschönes Wochenende,
    liebe Grüße,
    Andrea

    1. Verflixt. Das hatte ich verdrängt. Die Eltern haben schon vier große Pflanzen. Eigentlich genug, um ca. 12 Menschen bis in den November zu quälen. SoSo hat die sechzehn Samenkörner neulich in Töpfe gelegt. Vier oder fünf sind schon raus. Ich fürchte, das gibt ein Problem … vielleicht sollte ich sie neben Geocaches aussetzen. Lebende Travelbugs sozusagen :-). Das sind dann die V5 Caches. Vegetation Fünf. Oder Z5?

      1. Ich könnte eigentlich bei mir so einen Berliner Kistengarten machen … mit Zucchinis! Mir sind sie nämlich echt noch nie-nie verleidet!
        Die lebendige Travelbug-Idee ist allerdings auch toll!

        Bei deinem Kommentar, Andrea, musste ich an die alljährliche Salatschwemme auf dem einsamen Gehöft denken. Da ist nämlich der Salatkopf was bei euch die Zucchini!

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