Café du Centre, durchatmen

Es dauert keine Sekunde in der Möbelwerkstatt, einen Zeitrahmen zu errechnen, wenn der Owner etwa hereinplatzt, juhu, wir brauchen 500 Möbel, bis wann schafft ihr das? Multipliziere ich eben schnell 500 Möbel mal X und schon weiß ich, was ich die nächsten Wochen zu tun habe.

In der Kunst ist das ganz genauso: ein 160-Seitenbuch dauert, wenn man sich die Geschichte ausgedacht hat, 40 Tage ohne korrigierende Arbeiten. Aber dann darf, genau wie beim Möbelbauen, nichts dazwischen kommen.

Selbstarchivierung, also scannen alter Dias dauert 12 Minuten pro 36 Stück (also die klassische Kleinbildfilmgröße.

Habe das Wochenende durchgearbeitet und einen ganzen Ordner alter Negative gescannt. Atemberaubendes Material dabei, sehr viele Bilder, die ich erst zum zweiten Mal sehe (beim ersten Mal habe ich direkt vor dem Motiv gestanden und den Auslöser betätigt). Insbesondere das Schwarz-Weiß-Archiv verdient Beachtung. Da es vor über zehn Jahren sehr aufwändig war, ein Bild auszubelichten, habe ich nur einen Bruchteil meiner Negative belichtet.

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Café du Centre 1997 im Frühling beim Bau der Kunststraße Mainz-Dijon. Das Dorf, in dem das Foto gemacht wurde heißt Guntzviller. Es liegt südlich von Artzviller wo der Rhein-Marne Canal durch einen Tunnel geführt wird.

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Café du Centre am 28. Juli 2009 beim Bau der Kunststraße Zweibrücken-Bern. Beide Kunststraßen wurden bisher noch nicht veröffentlicht.

Die Bilder wurden digital entzerrt und die Tonwerte korrigiert.

Ich bin erstaunt, wie gut sich das, vor 12 Jahren schon marode Werbegemälde, erhalten hat.

Genau wie beim Möbelbauen, berechne ich die Zeit, die ich für vollendete Kunst benötige. Mein Leben wird nicht ausreichen. Aber ich kann viel bewirken. Für 2010 habe ich acht Wochen abgezweigt, in denen ich meiner wohl wichtigsten Kunststraße nachforschen werde und die Originalstrecke von Zweibrücken bis Andorra Bild für Bild nachvollziehen werde. Am 16. April, genau zehn Jahre nach der ersten Reise gehts los.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

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