Diese Wege zur Arbeit – mit dem Fahrrad. Herr Irgendlink ist jeder Fünfte, der mit dem Radel zur Arbeit fährt. Der Geschmack von Luft, Nebel, Herbst auf den Lippen, strampelnd im ewigen Einerlei des Tages ist es allemal wert. „Es fühlt sich an wie Urlaub. Hinterm Horizont schmeckt es nach Ferne und wenn du nachts nach Hause kommst, stellst du dir vor, du bist unterwegs mit schwerem Gepäck und suchst nach einem Lagerplatz.“ Herr Irgendlink möchte das nicht missen. „Verwegen ist das.“

Sonntag: Herr Irgendlink telefoniert mit K. Irgendwie verstricken sich die Beiden in ein Gespräch über die ferne Stadt, in der K. wohnt und dass Herr Irgendlink demnächst mal vorbei schneien wird. Ob denn K. auch zur Piratenparty bei Hightech-Ingenieur B. eingeladen sei? „Nein“, antwortet sie, „ich bin nicht umtriebig.“ Oder so ähnlich. Herrn Irgendlink bringt dieses Statement ein Gefühl von Blues, und nachdem er aufgelegt hat, die Augen geschlossen unterm tristen Herbsthimmel, sieht er K. die schöne Braune so alleine in ihrem schicken Wohnzimmer in der fernen Stadt. Das ist Blues. K. ist desperat. Lebensfeindlich wie Irgendlink. Das eint sie beide. Jenseits der Hautgrenze gibt es keine Regeln. Im Innern sollte man einen aseptischen Zustand herstellen.

Zumindest dichtet Monsieur Irgendlink ein solches Bild.

Zurück zu den Arbeitswegen, jenen erhellenden Momenten der Schwebe, in denen einfach alles möglich ist. Kopf so schön leer. Lunge pumpt. Herz pocht. Eine angenehme Wärme dringt vom Körperinnern bis in die feinsten Spitzen, nicht jedoch in Finger und Zehen. Ein Blick zur Seite in eines jener vielen Täler dieser Gegend lässt Freiraum für phantastische Gedanken, so dass zum herkömmlichen Leben, das einjeder von uns führen muss eine würzige Komponente gemischt wird. Schmuggel, Abenteuer, das Weite in greifbarer Nähe. Sicher auch Worte, die sich verdichten, kurz gedacht, nie notiert, sie wären der Stoff für …

… vergessen wir es. Der Stoff für was-auch-immer, Dichtkunst, wären sie gewiss, aber da diese Worte nur gedacht werden – Denken ist so flüchtig wie Vergessen –  finden sie niemals den Weg in die Ewigkeit. Schmuddelautor Henry M. hat das einmal gesagt oder gar geschrieben – sinngemäß etwa: „die Worte, die ich bei einem einzigen, stillen Spaziergang denke, würden genügen, um einen ellenlangen Roman zu füllen.“ Und das Zeug wäre gut.

Herr Irgendlink kann das bestätigen. Besuchen sie ihn bei seiner täglichen 30 km langen Romandenke.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

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