Sie ist

Ein perfekter Tag. Der perfekteste seit Jahren. Ich habe den Glauben verloren. Den Glauben, dass es eine virtuelle und eine reale Welt gibt. Es gibt nur eine Welt und die ist weder virtuell noch real.

Sie ist.

Nun muss ich die K15, das Projekt im April-Mai 2008 nochmal überdenken und den Schwerpunkt ganz sicher auf das Amüsement in der realen Welt legen. Sprich: reise, genieße, nimm‘ alles mit und versklave dich nicht in deiner konzeptuellen Kunst. Das Projekt profitiert ganz sicher davon, wenn ein entspannter Künstler es durchführt, und nicht einer, der sich selbst unter Druck setzt, der den Maschinen gehorcht und somit nur die halbmögliche Performance erbringt.

Spätabends zusammen mit P. das Freikratzen von Autofensterscheiben celebriert, seltsamer Weise ein Highlight, denn sie legte eine ungleich hektischere Taktik an den Tag, als ich, was mich faszinierte, und während ich, fasziniert freikratzend sie beobachtete, schaute sie zu mir herüber und sagte, „seltsam, wie unterschiedlich unsere Freikratztechniken doch sind, komm‘, jetzt machst du wie ich und ich wie du.“ – auf diese Weise kratzten wir im Nu die Karre frei.

Ein kleines Erlebnis in der real-virtuellen Welt, welches einem niemand nehmen kann.

Ehrlichgesagt bin ich mir nicht mehr klar, was nun wirklich ist und was nur im Kopf. Das Geheimnis lautet – irgendwo im Niemandsland zwischen all den Milliarden Köpfen der Welt treffen wir uns in einem winzigen Punkt namens Realität.

Noch so eine Kleingkeit des Abends: Sie sagte, „was haben wir für ein Jahr?“ und antwortete sofort „Mittwoch“ – herzlich lachend spazierten wir durch die sternklare Nacht.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

Ein Gedanke zu „Sie ist“

  1. jau, sie ist. und was für andere virtuell ist, ist für dich real und umgekehrt. totzdem ist die schnittmenge meist erstaunlich groß – solange wir anerkennen, dass jedes sich unter „stuhl“ was anderes vorstellt, um mal das abgedroschendste beispiel zu nehmen.

    lieber irgend,
    ich hab’s dir zwar bisher noch nicht vermeldet, aber ich hab‘ mich sehr über deinen spruch auf meinem ab neulich gefreut (allein: isdn stand schon, aber die telefonanlage hat noch zicken gemacht …).
    wann bist du in berlin, im februar? ich hoffe doch sehr, dass wir uns dann sehen.

    derweil alles liebe in den süden und fröhliches klingklong!
    :)

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