Bauesoterik reloaded

Ist ja schon zehn Jahre her, dass ich zusammen mit QQlka auf mainzer Baustellen die Bauesoterik erfunden habe. Zum Spaß und um uns die Arbeit zu versüßen haben wir versponnene Ideen zum Thema Bauen entwickelt, saßen in den Pausen, in denen unser Gips, Zement oder Kleber „gehen“ musste auf dem Boden in einer Ecke und fabulierten: „Bodenleger sind horizontale Wesen. Wenn sie die Fußleisten anbringen müssen, welche sich aus der Horizontalen um zehn Zentimeter erheben, sind sie zum Scheitern verurteilt.“

Heute ein Comeback. Wir saßen nach getaner Arbeit bei Jaab in der Küche und schmierten Brote.

„Wenn du die Spachtelmasse so aufgetragen hast, wie die Butter auf dem Brot, dann sehe ich schwarz für unsere Arbeit,“ sagte ich.

QQlka schmunzelte, nahm ein Stück Wurst und ein Stück Schinken, schnitt gleichgroße quadratische Stücke und legte sie Fuge an Fuge aufs Brot: „So sind wir Fließenleger,“ sagte er, „alles was wir anfassen wird verfugt.“

Der Randschnitt an der runden Brotkante entlang ist ihm wirklich gelungen.

Die Bauesoterik ist eine Baustelle. Ich habe mal diese Domain registriert, mit der ich gerne was anfangen würde, skurrile Geschichten, aber das wird erstmal nix. Ich sollte wieder auf dem Bau arbeiten, das erhellt das Gemüt und füllt die Kassen.

Ein gut gefließter Boden ist auch viel schöner anzusehen, als W3C konformer Quelltext – last but not least könnte es sein, dass Bauarbeiten besser ist für den Rücken als Webdesign. Ich werde das testen, gibt ja genug zu bauen hier aufem Gehöft.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

2 Gedanken zu „Bauesoterik reloaded“

  1. Köstlich die Verfließung des Wurst- und Schinken-Belags.

    Bauesoterik – hmm?! Was verstehst du da drunter?

    War und ist mir immer ein Rätsel was in Architekten & Künstlern da vorgeht. Weiß nur, das Stahlbeton eine schlechte Wohnqualität für die Menschen hat. Hab mich mal mit einer Mieterin des Baus von Hundertwasser in Wien unterhalten. Von aussen sind die Häuser prima anzusehen, eben Hundertwässerchens Pop-Art irgendwie, aber da zu wohnen war für die Frau grausam. Stahlbeton eben.

  2. Oh ich sehe es vor mir.. kleine Spiegel und bunte Glitzersteine die verfugt werden. Ohja. Das wünsch ich mir.Einen kunterbunten Glitzer-Flitzerboden. Obwohl da fällt mir ein.. ich habe das schon..an einer Wand auf dem Balkon..uiuiuiu aber da erzähle ich besser nichts drüber (jeder Fach/Mann würde leise weinen)Dann doch lieber Käse passend schneiden..also das kann ich 1A. ;)

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