Die heilende Fleischwurst des Sandhändlers

Begibt sich, dass ich seit Montag darnieder liege und apathisch vor mich hin murmele, „Menschen, die ein Hochbett haben, sterben auf der Couch.“

Zwischendurch Imponderabilien erledigt, was fast alle Kraft kostet, aber was muss, das muss und geht auch.

Maltanten nerven telefonisch und ich erfahre nach und nach, was ihnen so alles bevorsteht in den nächsten Tagen und warum sie an diesem und diesem Termin nicht zum Treffen kommen können. Ich lege eine Maltanten-Ecxeltabelle an mit Geruchsproben. Das gibt mir ein stasistisches Gefühl der Macht.

Ein weiterer Imponderabilius war der Besuch beim Sandhändler, der nicht mehr abzusagen war. Man hievt mich auf den Traktor und bindet mir die Hände am Lenkrad fest, so tuckere ich hinüber in die kühlen Täler des Pfälzer Waldes, warte in der Sandgrube. Der Sandhändler biegt um die Ecke, steigt aus dem LKW, reißt eine Fleischwurst in der Mitte durch, streckt mir die eine Hälfte hin, „schon was gegessen,“ fragt er. „Nee,“ sag ich und denke dabei, wie könnte ich auch.

Nun hab ich aber die Fleischwurst schon in der Hand und will nicht unhöflich sein, also esse ich sie, erste feste Nahrung seit Tagen, in der Hoffnung, sie verursacht keine Magenkrämpfe.

Der Sandhändler belädt den Anhänger, bindet mich wieder auf dem Traktor fest, mein Magen grummelt, ich muss mich beeilen.

Irgendwie hab ich es dann doch nach Hause geschafft, legte mich sogleich auf die Couch und fuhr fort zu murmeln, „Menschen, die ein Hochbett haben, sterben auf der Couch.“

Der nächste Morgen.

Überlege, zum Arzt zu gehen.

Würde gerne was tun.

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Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

5 Gedanken zu „Die heilende Fleischwurst des Sandhändlers“

  1. Auch mich überkommen Übelkeitsanfälle beim bloßen Gedanken an Fleischwurst. Jedoch habe ich mich gestern überwunden und Geflügel an der Mensa gegessen. Das erschien mir in Anbetracht der Alternative, irgendwas mit Ei, dann doch das geringere Übel. Auch wenn mich das Gewissen seitdem plagt. Ich werde eine Kerze anzünden.

    Das Klima auf der Couch ist dem im Hochbett bestimmt vorzuziehen…

    Gute Besserung!

    P.S.: Traktorfahren steht immer noch auf meiner „to-do-list“

  2. … da habe ich mich doch jetzt glatt verlesen!!
    „Die heilende Fleischwurst des Saarländers“ sprang mir in die Augen …. ogottogottogott … wie denn das jetzt nur??
    Obwohl Fleischwurst und Saarländer sind nicht voneinander zu trennen.
    Grüßlis Karin ;-))

  3. Danke für die Genesungswünsche.
    Geht wieder.
    Hab die Apathie gegen Kreuzweh (langes Herumlungern trocknet die Bandscheiben aus) getauscht und das ist erfahrungsgemäß nach einer Woche wieder weg.
    Heute Maltantentag.
    Traktorfahren bei mir jederzeit möglich, auf Wunsch im Schneckengang mit 1,8 km pro Stunde.
    Apropos: morgen sollen acht betrunkene Wanderer auf Traktorkutschtour durch den Wald gekarrt werden. Weiß nicht, ob ich das tun werde.
    Nun mal wieder die Pixel fliegen lassen.
    Der Europenner ist ein Opfer der guten Konjunktur.
    Stimmt: Saarländer und Sandhändler lässt sich leicht verwechseln.

  4. mhhh…hab auch Saarländer gelesen. Man sollte untersuchen welches psychologische Phänomen sich dahinter verbirgt…
    Darfst das Zettelbild gerne verwenden… wurde allerdings nicht gefunden, sondern von mir für den Eintrag gemacht… das solltest du dabei bedenken.

    Gute Besserung!

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