Vom Messen? Mit Nichten!

mittags, T-Shirt-Wetter, Hirn verteilt die Aufgaben: „Du, du und du, ihr macht das, das und das. Lasst euch Zeit, genießt den Tag und verflixt noch eins, lasst mich aus dem Spiel.“

Also rechne ich weder die Länge der Wasserleitung aus, noch schicke ich die längst überfällige Zip-Datei mit der Künstlerhomepage weg.

Stattdessen stehe ich vor einem Berg Sand, keine Ahnung wie hoch – mannshoch – welcher den neuen Galerieraum verfüllen soll, um den Boden zu ebnen. Schubkarren für Schubkarren kippe ich das Zeug in den Raum und denke mir, „Mann ist das herrlich, überhaupt nicht denken zu müssen.“

Spielerisch remebriere ich den Morgen: Auf in die Stadt. Per Rad die steilste Straße hinuntergesaußt und beim Parkautomaten voll gebremst, weil der Initiator von ZWHOM ein Ticket zieht. „Musst ihn wenigstens begrüßen, Mann, Aber wie heißt er?“ Mein sarkoidiotisches Gehirn lässt sich jede Menge Zeit, während ich mich ihm langsam nähere – da, im letzten Moment kramt das marode Organ zwischen fibrotischen Verkrustungen den Namen W. hervor, „Tach Herr W.“ Herr W. freut sich, obwohl ich ihn vor einiger Zeit versetzt habe, Man könnte meinen, er habe es nicht bemerkt, oder er habe es verziehen, anyway, Herr W. ist in der Klemme, der Automat will nur bestimmte Münzen, Zehner und Zwanziger. Ich schenke ihm einen Zehner,

Dann Smalltalk.

Dann der Termin beim Vertriebsleiter einer der beiden führenden Tageszeitungen der Stadt. Wir besprechen eine Kunstaktion, die ich dem Verein vermitteln muss.

„Das Projekt können sie sich auf die Fahne schreiben,“ sagt der Vertriebsleiter, „ja, wirklich, damit können sie sich bei den Mitgliedern gut einführen.“

Vermutlich hat er Recht und heißt mich auf diese Weise willkommen in der Welt des Messens und Gemessenwerdens.

Nun, da ich dies schreibe, fällt mir ein, dass ich just beim Einstieg zur steilsten Straße der Stadt gedacht habe, „könntest mal einen Blogeintrag schreiben mit dem Titel „Ich habe den Längsten“, ein sozialkritisches Ding voller deftiger Worte und hochtrabender Theorien, aber verflixt nochmal, das Hirn hat heute auf Pause gepokert und es ist kein einziger vernünftiger Eintrag zu dem provokativen Artikel „Ich habe den Längsten“ zu finden. Geschweige denn zum Basisthema, dem Messen.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

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