Globalisierung der Zeit

Wenn A einen Euro pro Stunde verdient und B zwei, dann ist die Lebenszeit von A halb so viel wert wie die von B. B lebt in einem Kreis, in dem die Lebenshaltungskosten doppelt so hoch sind, wie die Lebenshaltungskosten von A. Die Beiden wären quitt. Es soll Lebenskreise geben, in denen die Lebenshaltungskosten doppelt so hoch sind wie in anderen.

Problem: Kreise schneiden sich.

Wo Kreise sich schneiden, entstehen Schnittmengen.

Grauzonen des Profits.

Der Geschäftsmann weiß: schneide den Kreis desjenigen mit den niedrigen Lebenshaltungskosten mit dem Kreis desjenigen mit den hohen Lebenshaltungskosten und erwirtschafte daraus einen Profit. Aus dem segmentierten Oval der Schnittmenge entsteht eine wohlgeformter neuer Kreis, in dem sich prima leben lässt. Er ist rund. Unterscheidet sich nicht von den anderen Kreisen. Der Mittelpunkt liegt im Zentrum der Schnittmenge, die, rein geometrisch gesehen, die Addition zweier Segmente sein sollte.

Aber nicht ist.

Die Ungerechtigkeit zu eliminieren, zwei Segmente einen Kreis werden zu lassen, würde bedeuten, den Kommunismus im Kapitalismus zu verwirklichen.

Die Herausforderung lautet, Lebenszeit zu globalisieren.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

Ein Gedanke zu „Globalisierung der Zeit“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.