Letzte Ausstellung

Allgemeines Lebensgewirre. Am Wochenende letzte Ausstellung (zusammen mit dem Mainzer Kunstverein) – Ingelheim, Bahnhofstraße 78, Kunsthalle Schwaab, freundlich gesponsort von dem rheinhessischen Möbelgiganten und unzähligen Pizzabäckern und Weinhändlern.

Die Kunst ist endlich abgewickelt. Gute Position, wie man sie etwa als Kletterer auf rotem Fels im Pfälzer Wald hat: du hast mit allmöglichen Tricks und viel Mut den Felsvorsprung erreicht und schaust, beraubt jeglichen Atems, hinab ins Tal. Ein lauer Wind umspült die Nase. Der Wald riecht gut. Befriedigendes Gefühl. Aus dem Rucksack kramst du eine Flasche Bier, öffnest sie mit dem Karabinerhaken, der dich sicherte, legst die Beine übereinander, lässt den lieben Gott eine gute Fiktion sein.

Zum ersten Mal seit Jahren habe ich die Fernsicht und das Gefühl auch im richtigen Leben. Der Kopf ist endlich frei. Neues Leben steht bereit. Wenn alles gut geht, ist die Sache schon am Freitag im Kasten.

Punktlandung.

Nebenbei die Welt des CMS entdecken. Drupal entwickelt sich zu meinem Lieblings Content Management System. Befindet sich zwar derzeit noch in englischer Oberfläche, aber es ist ein selbsterklärendes Etwas. Erste Serverumzugexperimente waren erfolgreich, so dass es ein gut praktikables Ding ist, mit dem man durchaus Kunden zufrieden stellen kann. Zwei Kunstvereine stehen als Testkandidaten zur Verfügung
Beim Telefonieren mit dem potentiellen Chef tauchte die Frage auf, ob ich Typo3 kann. Ich sagte nein. Drückte es aus wie etwa ein Vampir, der fleht, tu das Kreuz weg! Typo ist eine Strafe. „Das dauert einen Monat, und dann ist noch nichts designed,“ sagte ich. Der potentielle Chef beruhigte mich: „Macht nichts, war ja nur eine Frage.“ Um mich zu beschwichtigen, lockte er mit einer sündhaft teuren Kamera, die sie gekauft haben, und die noch niemand in der Firma bedienen kann, von 30 Megapixeln war die Rede. Ich phantasierte von einem drei Meter breiten Plotter und einem Ultra an Technik.

Phantastische Gebäude.

Weiß nicht, ob ich dieses Blog beenden muss, wenn ich mich demnächst auf dem Arbeitsmarkt tummele – ich hätte, im Gegensatz zu Momentan, etwas zu verlieren.

Wie geht es weiter? Werden die beiden Bücher des Jahres 2006 noch fertig? Werde ich das wilde Pferd Typo3 reiten lernen müssen? Ist dem Scheitern nun endgültig ein Riegel vorgeschoben? Obsiegt die unterdrückte Lust auf Lohnsteuerklasse 1? Wird die verrückte R. mit dem aufgespießten Kopf von Ex M. eines Tages vor meiner Haustür stehen? Wird es je wieder eine Irgendlink-Kunstausstellung geben? Was machst du wenns brennt?

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

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