Tag der Arbeit

Wird langsam konkret mit dem Job. Erste Vorstellungsgespräche bahnen sich an. Aus einem Anfall von Ziellosigkeit habe ich das Spektrum der Bewerbungen weit gestreut, weshalb die Zukunft, ganz grob abgesteckt, zwischen virtueller und realer Welt liegt. Beides hat seine Vorzüge. Die virtuelle Welt reizt mich mehr, weil es sich dabei um einen Ast am Baum des Lebens zu handeln scheint, welcher noch viele Verzweigungen verspricht. Will sagen: mach‘ was mit Computer, da kannste was lernen. Die reale Welt hingegen bietet mehr Geschichten. Man muss vermutlich ziemlich feinfühlig sein, um das zu erkennen. Jeder Job hat seinen Reiz, wenn man ihn aus der Perspektive des Beobachters sieht. So habe ich das schon vor einigen Jahren als Postmann gehalten. Eine Fülle von Geschichten, die ich zum Teil in Blog-Form festgehalten habe, waren die Folge.

Gestern mit dem potentiellen Arbeitgeber N. telefoniert. Im Gegensatz zur Spediteurin, welche LKW-Fahrer nachts für 5 Euro pro Stunde ohne Spesen sucht, bewies N. Humor, indem wir über Kunst schwadronierten und er diagnostizierte: „Draf ich also davon ausgehen, dass sie derzeit finanziell nicht ausgelastet sind?“ Sowas gefällt mir.

Und so kann ich nur immer wieder rege behaupten: Bei der Jobsuche müssen die persönlichen Parameter stimmen und nicht die materiellen (darüber haben wir noch gar nicht geredet). Und: ob ein Mensch einem liegt oder nicht, erkennt man fast immer in den ersten Sekunden.

Wie auch immer. Nachmittags geschludert und mit Kokolores einen Spaziergang in der Kaiserslauterer Gegend gemacht. Dort gibt es eine so genannte Elendsklamm. Fast wie in Bayern. Enge Schlucht, durch die ein wildromantischer Pfad führt mit vielen Brücken und Treppen. Elend ist in diesem Fall übrigens mit fremd zu übersetzen. Es stammt vom mittelalterlichen alilendi (lat. alienus). Die Schlucht war seit jeher eine Grenze.

Nun, da ich dies schreibe, ist’s sonnig. Wird ja doch langsam Frühling. Im Ofen schnurgelt das Feuer. Seit einer Stunde sollte der fünfte Teil der Straße nach Gibraltar online sein. Hab ihn zurück gestellt, weil mir Bedenken kommen. Ich glaube, er zerschießt das Blog? Von mehreren Seiten erkenne ich, dass diese fiktive Geschichte mit wahrem Hintergrund als bares Blog wahrgenommen wird. Ich werde das Projekt in meinem Testblog weiterführen und erst wenn es fertig ist, veröffentlichen.

Autor: Irgendlink

Konzeptueller Reisekünstler, Artist in Motion, Appspressionist. Irgendlink nutzt mobile Technik in Vereinigung mit Servertechniken, um literarische, fotografische Kunstwerke zu kreieren.

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